Die Fütterung eines Pferdes erfordert Sachverstand
Pferde sind biologisch an kärgliches Futter angepasst. In der Wildnis müssen sie praktisch den ganzen Tag fressen und kauen, um ihren Nährstoffbedarf zu decken. Nicht immer ist eine Weidehaltung möglich, daher sollte Raufutter das Grundnahrungsmittel der Tiere sein. Als Richtwert gilt: Täglich 1 bis 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht ist ausreichend. Die Winterration ist rasseabhängig zu erhöhen. Auch das nährstoffarme Stroh ist zusätzlich als Futter für Pferde geeignet. Die Tiere sind damit artgerecht beschäftigt und der Halter riskiert keine Überernährung seiner Schützlinge. Optimal ist eine Durchmischung von Haferstroh und Heu. Als Alternative zum Heu bieten sich Heupresslinge an. Auch Graspellets sind ein geeignetes Futter für Pferde, allerdings haben sie im Vergleich zu Heu einen etwa doppelt so hohen Nährstoffgehalt.
Pellets können die Tiere viel schneller fressen als Raufutter, daher muss der Pfleger die verfütterten Mengen strenger rationieren. Für die spezifischen Bedürfnisse empfindlicher oder kranker Pferde sind besondere Pellet-Zubereitungen auf dem Markt. Kraftfutter kann als Ergänzung neben dem Raufutter gereicht werden. So können Pferde, die sehr viel leisten müssen, bis maximal 5 kg Hafer am Tag bekommen. Durchschnittlich sollte es aber nur etwa 1 kg sein. Maisflocken sind ein Futter für Pferde, die keine guten Kostverwerter sind. Pferdemüsli ist ein Kraftfutter aus aufgeschlossenen Getreidekörnern mit Zusätzen wie fettreichen Körnern und Apfeltrester. Die Kraftnahrung ist in geringer Dosierung für Leistungspferde oder Tiere in der Genesungsphase einsetzbar.